Artikelinhalte

    Jura Marmor

    Der Kalkstein im Marmormantel

    Nimmt man es genau, dann ist der Jura Marmor gar kein Marmor. Eigentlich handelt es sich bei diesem Naturstein um einen Kalkstein, der reich an fossilen Einschlüssen ist. Die Verwechslung der Namen kommt daher, dass in Verkaufsgesprächen alle Carbonatgesteine, die sich mit Kleesalz polieren lassen, vereinfachend als Marmor bezeichnet werden.

    Jura Marmor – Überrest aus vergangenen Tagen

    Vor ca. 150 Millionen Jahren entstand der Jura Marmor und schloss dabei viele unterschiedliche Fossilien ein: Algen, Kieselschwämme, Ammoniten und Belemniten lassen sich in dem vielschichtigen Sedimentgestein erkennen. Sie sind Zeugnisse des tropischen Meeres, das einst die Südliche Frankenalb umgab. Die Ablagerungen des flachen Schelfmeeres bildeten den Oberen Jura – die Grundlage für den Jura Marmor. Sein Abbaugebiet wird durch das Ortsdreieck Treuchtlingen-Petersbuch-Eichstätt (daher der Name Treuchtlinger Marmor) begrenzt und erstreckt sich auf einem Umkreis von 22 Quadratkilometern. Jura Marmor sollte nicht mit dem 30 Millionen Jahre jüngeren Solnhofer Kalkstein verwechselt werden, der ebenfalls im Altmühltal gewonnen wird. Ein weiterer Kandidat aus dieser Gegend ist der Dietfurter Kalkstein. Übrigens: das beschriebene Abbaugebiet ist das wohl größte aktive Abbaugebiet für Naturstein in der Bundesrepublik Deutschland.

    JuraMarmor Steinbruch
    Beeindruckender Jura Steinbruch in Rothenstein bei Treuchtlingen

    Jura Marmor ist besonders reizvoll

    Nicht nur die fossilen Einschlüsse, auch die Farbnuancen von Hellgelb bis Polarblau tragen zur Vielgestaltigkeit des Jura Marmor bei. So wirkt dieser Naturstein harmonisch und abwechslungsreich zugleich. Die gelbe Farbe kommt durch den Anteil an Limonit zustande, das oft Bestandteil sedimentärer eisenhaltiger Gesteine (wie dem Jura Marmor) ist. Oft werden im Marmor sogenannte Risse bemängelt. Diese sind eigentlich natürliche transparente Calcitadern und stellen entgegen der häufigen Annahme keinen Qualitätsverlust dar. Im Gegenteil: Sie machen den Jura Marmor erst interessant!

    Nicht nur schön, sondern auch praktisch

    Seine ästhetischen Charakteristika werden ideal durch die hervorragenden bauphysikalischen Eigenschaften ergänzt. Der Jura Marmor zeichnet sich durch eine lange Lebensdauer aus und lässt sich indes ganz leicht verarbeiten. Er ist nicht nur licht- und farbecht, sondern auch tritt-, rutsch- und abriebfest. Aufgrund der hohen Materialdichte ist der Naturstein äußerst strapazierfähig und er kann zudem poliert werden. Jura Marmor eignet sich auch für den Gebrauch einer Fußbodenheizung, da er einen hohen Wärmespeichereffekt aufweist. Trotz allem ist der Naturstein aber pflegeleicht, wenn Sie unsere Tipps zur Reinigung und Pflege von Marmor beachten.

    Vielseitige Verwendungsmöglichkeiten

    So viele positive Eigenschaften der Jura Marmor aufweist, so zahlreich sind die Einsatzgebiete: Er findet Verwendung bei Treppen, Fassaden, Fensterbänken, Mauern und Wandbekleidungen. Schon den Römern diente der Jura Marmor als Baustoff für Siedlungen und Burgen. Doch nicht nur das Haus profitiert von dem schönen Naturstein. Möchte man seinen Garten mit Jura Marmor aufwerten, steht der Landschaftsgestaltung nichts im Wege. Auch Arbeitsplatten in der Küche können aus diesem edlen Naturstein gefertigt werden. Schließlich kann man auch seinen Boden mit elegantem Marmor auslegen.

    [Fotos v.o.n.u.: stonenaturelle, "Steinbruch III-Rothenstein Stiegler KG" von E.R.  (Eigenes Werk) unter CC-Lizenz]

    Standard-Autor

    Weitere Beiträge, die Sie auch interessieren könnten: