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    Natursteinverlegung im Außenbereich – Das richtige Verfahren

    In der Welt der Natursteinverlegung tauchen immer mal wieder Begriffe auf, die man vorher noch nie gehört hat. Unterschiedlichste Techniken und Feinheiten haben ihre eigenen Bezeichnungen. Der Laie hat es da schwer, den Überblick zu bewahren. In diesem Artikel erklären wir Ihnen den Unterschied zwischen gebundener und ungebundener Verlegung von Natursteinplatten und stellen Vor- sowie Nachteile heraus.

    Ungebunden & elastisch

    Die ungebundene Verlegung  ist die älteste Pflasterbautechnik und wird immer noch oft angewendet. Diese Bauweise eignet sich ideal für alle, die Ihre Terrasse das erste Mal selbst verlegen möchten, denn man kann sich genügend Zeit lassen und Fehler im Notfall nochmals ausbessern.

    ID901 ungebundene verlegung Aussen

    Zunächst muss dafür gesorgt werden, dass der Untergrund ein Gefälle von 2 – 3 % aufweist. Dieses sollte zum Haus hin ansteigen, damit Regen- und Schmelzwasser abfließen kann. Darauf wird eine Gründung aus Schotter aufgetragen (siehe Punkt 1). Diese sollte 15 – 25 cm dick sein und mit einer Rüttelplatte bis zur Standfestigkeit sehr gut verdichtet werden. Auf diese Schotterschicht kommt dann eine 4 – 5 cm dicke Splittschicht, wie in Punkt 2 dargestellt. Am besten verwenden Sie Edelsplitt, bestehend aus Granit und Basalt, da in herkömmlichen Splitt metallische Rückstände zu finden sein können, die Ihre Bodenplatten bei aufsteigender Nässe verfärben können. Die Oberfläche des Splitts muss plan abgezogen sein. Dafür legen Sie zwei Kanthölzer parallel nebeneinander und ziehen den überschüßigen Splitt z.B. mit einer Wasserwaage ab. Achten Sie darauf, dass das zuvor angelegte Gefälle eingehalten wird! Nun werden die Platten (Punkt 3) auf dem Splitt positioniert und mit einem Gummihammer leicht angeklopft. Richten Sie die Platten eben aneinander aus, um eine gleichmäßige Terrasse zu erhalten. Planen Sie dabei ausreichend Bewegungsfugen am Rand der verlegten Fläche ein, um Spannungsschäden vorzubeugen.

    Je nachdem, wie die Kanten Ihrer Platten bearbeitet wurden, werden die Fugen (Punkt 4) unterschiedlich breit gewählt: Wenn die Kanten abgerundet sind (z.B. durch eine Trommlung), kann man die Platten „ohne Fugen“ press verlegen und auf das Füllmaterial verzichten. Bei gesägten Kanten  besteht ein gewisses Risiko, dass diese mit der Zeit abgeschlagen werden, weshalb hier Brechsand in die Fugen eingearbeitet wird, um dies zu verhindern.  Der Sand muss ab und zu nachgeschüttet werden, da er sich durch Wind und Wetter auswäscht und abträgt. Abschließend wird in Punkt 5 auf die Natursteinplatten eine Imprägnierung aufgetragen, die den Glanz Ihrer Terrasse für viele Jahre erhält.

    Der Vorteil dieser Bauweise, neben der Einfachheit, ist die Elastizität. Bei der Erwärmung der Materialien können diese sich ungehindert ausdehnen und es entsteht kein Druck, der die Platten beschädigen könnte. Andererseits könnten sich die Steine durch fehlendes Fugenmaterial bei der Verlegung mit Fuge lockern. Darum ist das nachträgliche Einarbeiten des Brechsandes in diesem Fall sehr wichtig!

    Travertinplatte Medium SELECT 12
    Die Fugen können beim getrommelten Travertin Medium SELECT einfach weggelassen werden.

    Für festen Halt: Gebundene Bauweise

    Nachfolgend wird die gebundene und drainagefähige Verlegung von Naturstein im Aussenbereich beschrieben. Dieses Verlegesystem ermöglicht eine hohe Festigkeit beziehungsweise Tragfähigkeit des Plattenbelags und gleichzeitig eine schnelle Wasserabführung zur Verhinderung von Frostschäden.

    ID873 Gebundene Verlegung aussen

    Obige Skizze illustriert diese Verlegemethode. Bei Punkt 1 handelt es sich entweder um eine Betonplatte oder um eine verdichtete Schottergründung. Sollte diese noch kein Gefälle von mind. 2-3% haben, so kann das Gefälle mit Gefällespachtel - wie in Punkt 2 gezeigt - hinzugefügt werden. Ein ausreichendes Gefälle ist für eine ordentliche Wasserabfuhr unabdingbar, um den Aussenbelag vor Durchfeuchtung und Frostschäden zu schützen.

    Als Abdichtung tragen Sie als nächstes die Grundierung oder Dichtschlämme auf (siehe Punkt 3). Das sorgt für eine rissüberbrückende Abdichtung gegenüber der darauffolgenden Drainageschicht.

    Bei Punkt 4 sehen Sie eine Drainagematte, die eine gebundene Verlegung perfekt abrundet und immer mit Einkornmörtel als nächste Schicht kombiniert werden sollte. Trasszementgebundener Einkornmörtel (auch Monokornmörtel oder Drainagemörtel genannt) wird auf der Drainagematte 5 cm dick aufgetragen – siehe  Punkt 5 in der Skizze. Auf die Drainagemörtelschicht werden die Platten "frisch in frisch" verlegt. Das heisst, Sie müssen die Plattenunterseite vor dem Einlegen zur Erzielung des Haftverbunds mit Haftschlämme bestreichen (siehe Punkt 6). Der Plattenrand ist bei dem Bestreichen ca. 3-5 cm frei zu lassen. Dann werden die Natursteinplatten (Punkt 7) eingeklopft. Achten Sie neben Bewegungsfugen am Rand der Verlegefläche gegebenenfalls auf ausreichend Dehnungsfugen, da es sonst zu Spannungsschäden kommen kann.

    Spezifika des Einkornmörtels:
    Dieser trasszementgebundene Mörtel ist ohne Feinanteile und wasserdurchlässig (drainagefähig) und besteht aus Splitt (Körnung 2-5 oder 2-8mm) und Trassbindemittel. Er kann entweder günstig selbst angemischt werden oder als fertig gemischte Sackware gekauft werden. (Bitte beachten Sie unbedingt die Hinweise auf den Merkblättern des Herstellers.) Seine Wasserdurchlässigkeit garantiert einen Drainageeffekt, der durch ein Gefälle von 2-3% optimalen Frostschutz gewährt.

    Bei der Verlegung in Einkörnmörtel kann eine gebundene Fuge eingesetzt werden (siehe Punkt 8). Diese hat klare Vorteile gegenüber dem üblichen Auskehren mit Sand. Es treten keine oder nur sehr vereinzelt Vermoosung der Fugen auf, das Eindringen von Kleintieren wird nahezu unterbunden und aufschlagendes Regenwasser wird größtenteils an der Oberfläche abgeführt. Hinweis: Gebundener Fugenmörtel kann wasserdurchlässig oder wasserundurchlässig sein.

    Alles letzten Schritt empfehlen wir die Natursteinterrasse zu imprägnieren, das macht sie fleckenabweisend und erleichtert Ihnen die Pflege (Punkt 9).

    Je nach Natursteinsorte und Bearbeitungsweise empfehlen sich unterschiedliche Bauweisen. Fragen Sie im Zweifel lieber noch einmal nach, damit Sie noch lange Ihre Freude am Naturstein haben!

     

    Alle fachlichen Hinweise in diesem Artikel sind unverbindlich und ersetzen nicht die Kenntnisse eines fachlich geprüften Natursteinverlegers.

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