Platten werden auf Stelzlager verlegt, der Verleger nutzt eine Wasserwaage

Stelzlager oder Mörtelsäckchen für Terrassenplatten

Stelzverlegung auf Betonplatte - so geht es

Platten werden auf Stelzlager verlegt, der Verleger nutzt eine Wasserwaage

Sie möchten den Terrassenbau mit Natursteinplatten oder Platten aus Feinsteinzeug in die eigene Hand nehmen und haben bereits eine Betonplatte auf Ihrer Terrasse? Eine gute Voraussetzung – damit haben Sie einen Untergrund, der ausreichend tragfähig und frostsicher ist.  Bei einer schon vorhandenen Betonplatte anstelle von Erdreich gibt es neben der losen Verlegung (Terrassenplatten auf Splittbett verlegt) und der gebundenen Verlegung (Terrassenplatten mit Naturstein-Kleber verlegt) eine weitere interessante Variante zur Installation von Terrassen: die Verlegung der Platten auf Stelzlager, Mörtelsäckchen oder Plattenlager. Besonders praktisch bei dieser Verlegungsart: Bei Bedarf lassen sich hier Platten in Zukunft zügig und problemlos austauschen! Wenn Sie Natursteinplatten verlegen wollen, sollten Sie bei dieser Verlegeart Hartgesteine wie Granit, Basalt oder Quarzit wählen.

Passendes Zubehör
Nahaufnahme von hellbeigen Fliesen in Kalksteinoptik mit sehr schmalen Fugen

Terrassenverlegung auf Stützen hat Vorteile

Mehrere Steinplatten auf Stelzverlegung
Pluspunkte für die Stelzverlegung: Einsparung an Gewicht, kein Bedarf an Fugenmaterial!

Es gibt triftige Gründe, sich für die Stelzverlegung zu entscheiden. Vor allem für Balkone oder Dachterrassen bietet sich diese Art der Verlegung an. Zum einen wird an Gewicht gespart,  da kein Bettungsmaterial wie Splitt oder Kies verwendet werden muss. Auch ist es nicht nötig, auf das Gefälle der verlegten Terrassenplatten zu achten, da das Regenwasser durch die circa 4 mm breiten Ritzen zwischen den einzelnen Platten abläuft – allerdings muss die darunter befindliche Betonplatte ein Gefälle haben, abgedichtet sein und je nach Bedarf mit Balkon- oder Terrassenprofilen zur Ableitung von Wasser ergänzt werden.  Da bei der Stelzverlegung die Platten nicht verfugt werden, bedarf es auch keiner Erneuerung von Fugenmaterial – ein weiteres Plus für diese Verlegungs-Variante.

Ein weiterer Vorteil: Wenn eine Erhöhung des Terrassenniveaus gewünscht wird, kann dies durch die Stelzverlegung einfach erreicht werden. Die Verlegeart ist auch hilfreich, wenn eine neue Terrasse über der bestehenden aufgebaut werden soll, ohne die alte vorher zu entfernen. Auch Maßtoleranzen von Platten können durch Stelzlager gut ausgeglichen werden.

Tipp: Bei der Stelzverlegung verteilt sich das Gewicht der Platten auf mehrere Aufliegepunkte. Daher eignen sich Hartgesteine wie Granite, Basalte oder Quarzite für diese Art der Verlegung besonders gut.

Wie hoch ist die Belastbarkeit von Platten?

Da die Platten bei der Stelzverlegung an ihren Ecken auf den Lagern aufliegen und sich unter ihnen ein Hohlraum befindet, stellt sich die Frage nach der Belastbarkeit. Bei Platten aus Feinsteinzeug kann man völlig unbesorgt sein. Die Biegefestigkeit dieser extrem robusten Platten ist sehr hoch und trägt problemlos tonnenschwere Last. Die Terrassenplatten in Holzoptik und in Natursteinoptik in unserem Sortiment verfügen über die geprüfte Bruchlast von ca. 50 N/mm², das bedeutet, das eine Platte in der Lage ist, mehrere Tonnen zu tragen. Auch die Stabilität von Naturstein ist sehr hoch, vor allem bei Hartgesteinen. Jedoch ist jeder Stein anders und es kann im seltenen Fall vorkommen, dass bei sehr hoher Belastung eine Aderung zu einem Bruch der Platte führt. Zusätzlich zu den vier Stelzlager-Aufliegepunkten an den Ecken sollte mindestens ein weiteres Stelzlager zur Stabilisierung in der Mitte angebracht werden.

Wichtig: Die Basis muss stimmen!

Platten werden auf Stelzlager verlegt, der Verleger nutzt eine Wasserwaage
Verfügt der betonierte Untergrund über das notwendige Gefälle von 2-3 %? Mit einer Wasserwaage lässt sich dies leicht herausfinden.

Bevor Sie sich an die Verlegung der Steinplatten auf Stelzlager, Plattenlager oder Mörtelsäckchen machen, sollten Sie, beispielsweise mit Hilfe einer Wasserwaage überprüfen, ob die vorhandene Betonplatte über ein Gefälle von 2-3 % verfügt. Dies ist notwendig, damit sich Regen- und Schmelzwasser nicht unter den Steinen sammelt und ungehindert abfließen kann. Wenn das Gefälle nicht vorhanden ist, können Sie es nach einer Grundierung mit einem geeigneten zementären Mörtel selbst herstellen (z. B. RAM 3 von Sopro). Um das Eindringen von Wasser in die Betonplatte und die angrenzende Hauswand zu verhindern, sollte danach noch eine Abdichtung mit einer Dichtschlämme (Sopro) erfolgen. Ist die Bodenbeschichtung erfolgt, können Sie mit der  Stelzverlegung der Terrassenplatten beginnen.

Stelzverlegung - das sollten Sie wissen!

Bei der Stelzverlegung werden die Platten im Kreuzfugenverband angeordnet, da die punktuelle Konzentrierung des Gewichts so am besten verteilt wird. Sie haben die Wahl zwischen Plattenlager, Stelzlager oder  Mörtelsäckchen. Plattenlager sind flache Ständerelemente mit fixer Höhe und mit integriertem Fugenkreuz, in die die Platten eingelegt werden. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass die Platten über eine gleichmäßige Dicke verfügen. Stelzlager, die auch als Terrassenlager bezeichnet werden, bieten im Gegensatz zu Plattenlager eine höhere Aufbaumöglichkeit an, auch gibt es sie in höhenverstellbarer Version. Daher sind sie auch in der Lage, vorhandene Unebenheiten beim Untergrund auszugleichen.  Zudem verfügen sie über angearbeitete Abstandhalter, um  eine gleichmäßige Breite der Fugen zu erzeugen. Stelzlager haben in der Regel vier trennbare Felder, mit denen man sie in Eck- und Randstücke teilen kann.

Tipp: Eine kostengünstigere und weniger zeitintensive Alternative zu Plattenlager und Stelzlager sind Mörtelsäckchen – darunter versteht man Kunststoffbeutel, die mit einer Mörtelmischung gefüllt und erdfeucht unter den Platten verlegt werden, anschließend erfolgt die Ausrichtung der Platten. Die Vorteile dieser Art von Verlegung sind neben dem günstigen Preis (man braucht hierfür nur handelsübliche Gefrierbeutel und einen Zementmörtel mit Trasszement) die unkomplizierte Ausrichtung der Platten auf den noch nicht ausgehärteten Säckchen. So können Unebenheiten bei Untergrund oder Steinen schnell und einfach ausgeglichen werden.

Bei allen Varianten der Stelzverlegung  ist es unerlässlich, dass ein Platten-Fugenabstand von 3 bis 5 mm eingehalten wird, um den Wasserabfluss zu gewährleisten. Planen Sie außerdem ausreichend Bewegungsfugen ein, um möglichen Spannungsschäden vorzubeugen.

Kurz und knapp – die Basics zur Stelzverlegung auf Betonplatte

  • Betonplatte: Gefälle von 2-3 % vorhanden? Wenn nicht, selbst herstellen und abdichten
  • Plattenlager, Stelzlager, Mörtelsäckchen: diese Träger-Varianten gibt es
  • Quadratisch, praktisch, gut: Platten bei Stelzverlegung im Kreuzfugenverband anordnen
  • Fugenabstand zwischen den Platten von 3 – bis 5 mm einhalten

Alle fachlichen Hinweise in diesem Artikel sind unverbindlich und ersetzen nicht die Kenntnisse eines fachlich geprüften Natursteinverlegers.

Bilder: @Kenny / Fotolia.com

Foto der Redaktionsmitarbeiterin Maitreya Dittmers
Autorin:
Maitreya Dittmers
ist im Online-Redaktionsteam von stonenaturelle. Sie informiert über aktuelle Wohntrends, spannendes Hintergrund-Wissen, attraktive Looks mit Fliesen und Platten und hält Sie auf den sozialen Netzwerken auf dem Laufenden.