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    Wie werden Natursteinplatten auf Stelzlager verlegt?

    Nach langem hin und her Überlegen, Vergleichen und Showroombesuchen ist nun endlich die passende Natursteinplatte für den neuen Sitzplatz der heimischen Oase ausgesucht. Jetzt stellt sich die nächste Frage: Wie werden die neuen Natursteinplatten verlegt? Bei der Recherche nach Verlegearten stolpert man oft über eine Verlegung auf Platten- oder Stelzlagern. Doch welche  Vor- und Nachteile hat diese Verlegeart und gibt es Alternativen?

    Die Verlegung von Naturstein Platten auf Stelzlager : Warum genau diese Methode?

    Die Verlegung mit Stelzlagern wird oft auf einem existierendem Fundament, wie auf einer Betonoberfläche, oder auch auf einer Schotterverdichtung angewendet. Die Methode beinhaltet nicht nur eine große Zeitersparnis, sie ist auch kostengünstig. Darüber hinaus ermöglicht eine Stelzlagerverlegung – falls gewünscht - die Erhöhung des Terrassenniveaus. Die Verlegeart ist auch hilfreich, wenn eine neue Terrasse über einer bestehenden Terrasse aufgebaut werden soll, ohne die alte Terrasse vorher zu entfernen. Die Stelzlagerverlegung unterstützt zudem einen guten Wasserabfluss unter den Platten, sofern die Oberfläche ausreichend (2 bis 3%) geneigt ist. Dieser Punkt ist sehr relevant, damit Natursteinplatten nicht „im Wasser stehen“ und dann gefrieren könnten, was zu Frostschäden führen würde.

    In Bezug auf die Auswahl der Steine gilt, dass prinzipiell alle Natursteine mit gesägter Kante beziehungsweise Oberfläche auch für die Stelzlagerverlegung geeignet sind! Wir empfehlen jedoch, immer die Verlegemethode durch einen Spezialisten beziehungsweise Fachverleger für die konkrete Verlegesituation und Steingröße absichern zu lassen.

    Apropos Steingröße,  eine solche Verlegung auf Stelzlagern erlaubt eine gewisse Freiheit bei der Auswahl Ihres Plattenformates. Es muss jedoch bedacht werden: Je größer das Format Ihrer Natursteinplatten ist, desto höher sind die Risiken eines Bruchs bei der Stelzlagerverlegung und desto eher bietet sich die klassische ungebundene Verlegung auf Edelsplitt oder Drainagemörtel als Alternative an (wir gehen weiter unten darauf ein, wie ein Bruch auch bei großen Formaten verhindert werden kann). Ein weiterer praktischer Vorteil der Stelzlager-Verlegemethode ist, dass sie eine gute Schallisolierung automatisch inkludiert.

    Und schließlich bietet Ihnen die Stelzlagerverlegung eine hervorragende Flexibilität: Sie können beispielsweise eine beschädigte Platten einfach wieder ersetzen und jederzeit beschließen, den Verband, die Verlegerichtung oder die Größe der verlegten Fläche nochmals zu ändern, wie es Ihnen gerade gefällt.

    Wie verlegt man auf Stelzlager?

    Stelzlager haben einen besonderen Vorteil, nämlich dass sie – in entsprechender Ausführung - auch in der Höhe verstellbar sind und hierdurch Maß Toleranzen von Platten problemlos ausgeglichen werden können. Es gibt sogar Plattenlager, die auch Neigungen von bis zu 5 % ausgleichen (z. B. Buzon).

    Die Verlegung auf Stelzlager erfolgt grundsätzlich schnell und einfach. Je ein Plattenlager wird an die Kreuzungspunkte der Platten gelegt. Achten Sie darauf, dass die Platten umlaufend mit Hilfe von Eck- und Viertellagern gegen seitliches verschieben gesichert werden. Planen Sie außerdem ausreichend Bewegungsfugen ein, da es sonst zu Spannungsschäden kommen kann.

    Bei Naturstein ist jedoch eine Besonderheit zu berücksichtigen: Damit die Belastung für das natürliche Material nicht zu hoch wird, sollten die Platten möglichst nicht auf großer Strecke „durchhängen“. Dies wird beispielsweise verhindert, indem auch auf der längeren Seiten der Natursteinplatten nochmals zusätzliche Stelzlager zur Stabilisierung positioniert werden.

    Zudem sind Natursteinplatten mit großen Toleranzen in der Dicke (wie beispielsweise grob gespaltener Schiefer) für die Stelzlagerverlegung ungeeignet. Maßhaltige Platten (zum Beispiel mit der Bearbeitung: gesägt und hiernach geschliffen, geflammt oder getrommelt) sind hingegen besser geeignet.

    Terrasse mit modernem Steingarten und holzähnlichen Travertinplatten als Bodenbelag
    Die Holzoptik der Naturasteinplatte verleiht ihrer Terasse einen modernen Flair.

    Welche Alternativen gibt es?

    Alternativ zur Stelzlagermethode können Natursteinplatten im gebundenen Verlegeweise verlegt werden. Wie bei allen Verlegearten muss auch hier wieder zwingend ein Gefälle gewährleistet sein. Bei dieser Variante wird meist ein Drainagemörtel aus Edelsplitt und Trassbinder hergestellt, auf den die Natursteinplatten fest verklebt werden.

    Eine weitere Alternative ist das sogenannte ungebundene Verlegeweise. Bei diesem Verfahren werden die Platten direkt in den Edelsplitt press aneinander verlegt und wieder leicht mit einem Gummihammer angeklopft. Verwenden Sie auf keinen Fall Rüttelplatten! Das kann zu unschönen Kratzern in Ihrem Natursteinboden führen.

    Platten können auch lose auf Mörtelsäckchen verleget werden. Diese Verlegeversion ist kostengünstig, erfordert allerdings handwerkliches Geschick. Die einzelnen Säckchen (z. B. Gefrierbeutel) werden an die Kreuzungspunkte der Platten gelegt. Es muss darauf geachtet werden, dass Sie die Fugenbreite von 2-5 mm eingehalten wird (hierfür kann ein Fugenkreuz zur Hilfe genommen werden). Die Mörtelmenge in den einzelnen Säckchen muss gleich dosiert sein, damit die Platten nicht in eine Schräglage fallen. Wichtig ist, dass die Beutel ohne Luft Einschließungen verlegt werden und Feuchtigkeit aus den Beuteln entweichen kann. Hierzu können Sie beim Verlegen kleine Löcher in die Beutel stechen.

    Wie Sie sehen, gibt es viele Möglichkeiten, Ihren neuen Sitzplatz zu erbauen. Weitere Tipps und Tricks rund um das Thema Verlegung, finden Sie in unserer Verlegereihe.

    Alle fachlichen Hinweise in diesem Artikel sind unverbindlich und ersetzen nicht die Kenntnisse eines fachlich geprüften Natursteinverlegers.

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