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    Natürliche Bodenbeläge

    Nicht nur schön, auch gesund und nachhaltig

    Nachhaltigkeit und Gesundheit: Zwei besonders präsente Begriffe in der heutigen Zeit. Der Mensch denkt mehr und mehr über sein Handeln und die daraus resultierenden Folgen für seine Gesundheit, die Umwelt und kommende Generationen, nach. Natürlich erhält dieses Thema auch Einzug in unser Zuhause, auch beim Bodenbelag. Deshalb haben wir uns mit natürlichen Bodenbelägen und ihrer Schönheit und Ästhetik beschäftigt. Außerdem erfahren Sie, auf welche Zusätze in Böden man achten sollte, um sich und die Umwelt zu schützen.

    Weg aus Holz in einem Wald
    Die Natur von ihrer schönen Seite

    Welche Zusätze in Bodenbelägen sind bedenklich?

    Es gibt zahlreiche Stoffe, die seit Jahrzehnten für Bodenbeläge verwendet werden und als gesundheits- und umweltschädlich eingestuft werden: Weichmacher gehören dazu. Diese finden sich vor allem in PVC- Böden oder in Teppichrücken wieder. Sie gelten als krebserregend und werden mit Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht.

    Formaldehyd gilt als einer der wichtigsten organischen Grundstoffe in der chemischen Industrie. Es kommt zum Beispiel in Konservierungsstoffen, Leimen und Klebern vor. So wird es auch bei der Fertigung von Laminat und Fertigparkett verwendet. Auch bei natürlichen Bodenbelägen wie Massivholz oder Dielen findet Formaldehyd durch verwendete Klebstoffe Gebrauch. Diese lagern sich mit der Zeit im Holz an und werden an die Raumluft abgegeben. Die gesundheitlichen Folgen daraus können zum Beispiel Krebserzeugung, Kopfschmerzen und die Reizung der Schleimhäute sein.

    Auch Biozide sind ein Problem: Um Motten von Teppichböden und Wollteppichen fernzuhalten, wird unter anderem das Biozid Permethrin, ein insektizider Wirkstoff, eingesetzt. Außerdem wird es als Flammschutzmittel oder zur Beschichtung von Teppichrücken verwendet. Über den Hausstaub kann es in den menschlichen Organismus gelangen. Vor allem aber schadet es nicht nur Motten sondern auch anderen Insekten und ist somit umweltschädlich.

    Sie sollten bei dem Kauf eines Bodenbelags unbedingt auf die Zusammensetzung des Materials achten und falls diese nicht angegeben ist, beim Hersteller nachfragen!

    4 natürliche und gesunde Bodenbeläge !

    Kork gilt als besonders nachhaltig


    Die Korkeiche ist ein wunderschöner Baum, der uns eines bietet: einen nachhaltigen und schönen Bodenbelag. Die Rinde der Korkeiche kann ungefähr zehnmal geerntet werden, ohne dass der Baum abstirbt, ganz im Kontrast zur Holzgewinnung. Das Naturmaterial zeichnet sich durch seine Elastizität aus, die sowohl Rücken als auch die Gelenke schont. Das Laufgefühl ist außerdem sehr angenehm. Um besonders gesund und ökologisch zu leben sollte man hier darauf achten, dass als Bindemittel Naturharz verwendet wird. Bei der Versiegelung von werkseitig unbehandeltem Kork bieten sich die natürlichen Stoffe Öl, Wachs und Naturharzlack an. Ein unbehandelter Korkboden ist allerdings gesünder, besonders für Allergiker.

    Bei der Optik bietet Kork viele Möglichkeiten, sodass das Aussehen von Holz imitiert werden kann und auch unterschiedliche Varianten in Korkoptik mit verschiedenen Farben verfügbar sind. Preislich lässt sich der Boden etwa mit Parkett vergleichen.

    Korkeichen an einer Straße, im Hintergrund ein blauer Himmel mit weißen Wolken
    Faszinierend: Die Korkeiche überlebt die Gewinnung ihrer Rinde.

    Teppich geht auch ohne Chemie


    Weg mit der Kunstfaser, her mit Naturprodukten! Als Sisal bezeichnet man eine Naturfaser, die aus der Sisal-Agave, vor allem in Brasilien, gewonnen wird. Die Sisal-Teppichböden sind pflegeleicht und wirken antibakteriell. Neben Sisal sind auch Schurwollteppiche erhältlich. Auch diese sind pflegeleicht und schnell zu reinigen.

    Oft ist nicht das Teppichmaterial an sich problematisch. Der Teppichrücken, der die Haftung des Teppichs am Boden versichert, wird meist aus PVC hergestellt. Daher sollte auf das Material des Teppichrückens beim Kauf unbedingt geachtet werden. Jute und Naturlatex sind hier gute Alternativen. Um sich zu versichern, dass es sich um biologisch abbaubare und natürliche Produkte handelt, kann man auf eine sogenannte ,,GOTS‘‘-Zertifizierung (Global Organic Textile Standard) achten. Durch das Zertifikat gekennzeichnete Produkte bestehen zu mindestens 70% aus Naturfaser.

    Auch das GUT- Siegel versichert, dass die Produktionsverfahren der Teppiche umweltverträglich und die Endprodukte frei von gesundheitsschädlichen Stoffen sind. 

    Natürliche Bodenbeläge, so wie andere natürliche Produkte, unterscheiden sich auch preislich von herkömmlichen. Die Spanne zwischen Natur- und Kunstfaser ist deshalb auch relativ groß, je nach Qualität und Material kann ein Naturteppich auch mal das Doppelte kosten. Es lohnt sich dennoch in Gesundheit und Nachhaltigkeit zu investieren. Die Farbauswahl hält sich meist natürlich: So sind Farben von beige über braun bis dunkelgrau erhältlich, aber auch buntere Varianten. Dies lässt sich gut mit modernem Einrichtungsstil kombinieren.

    Ein Stück Natur: Naturstein


    Bei Naturstein handelt es sich um ein hundertprozentiges Naturprodukt, das ohne Zusätze auskommt. Am natürlichsten wirken Natursteine, die wilde, geaderte, porige oder gebänderte Oberflächenoptiken aufweisen. Hierzu gehören allen voran die Travertine, aber auch viele Marmorsorten sind ein Zauber des natürlichen Farbspiels.

    Doch nicht nur das Material an sich sollte umweltfreundlich und gesund sein. Eine Imprägnierung kann die Fleckenresistenz Ihres Natursteins steigern. Wir empfehlen eine Imprägnierung, die ohne organische Lösungsmittel erhältlich ist und deren Inhaltsstoffe biologisch abbaubar sind. Polyethylen, der Hauptbestandteil, gilt als relativ umweltverträglich. Natürlich muss hier hinzugefügt werden, dass es sich dennoch um einen industriegefertigten Kunststoff handelt. Mehr zum Thema ,,Ökologie und Natursteinpflege‘‘ können Sie hier nachlesen.

    Generell hilfreich bei Baustoffen ist das Emicode- Siegel. Es ist ein Indikator für eine geringe Raumluftbelastung eines Baustoffs auch auf lange Sicht. Die Unterteilung des Siegels in EC1 plus, EC1 und EC2 zeichnet die Baustoffe von sehr emissionsarm (EC1 plus) zu emissionsarm (EC2) aus. So können Sie auf Nummer sicher gehen, dass z.B. Kleber oder Grundierungen auch auf Dauer keine gesundheitsschädlichen Folgen haben.

    Nicht zu vergessen: Die Optik. Eine sehr natürliche Ausstrahlung hat der Travertin Rustic. Mit seiner getrommelten Oberfläche wirkt er naturbelassen und rustikal. Er fügt sich optimal in eine ländliche Einrichtung ein.

    Hinweis für Allergiker: Im Vergleich zu Teppich kann Naturstein Hausstaub und anderen Schmutz schlecht aufnehmen und deshalb wird er schneller aufgewirbelt. Bei vorliegender Allergie muss dann öfter gewischt oder gesaugt werden.

    Der altbekannte Holzboden

    Das am meisten etablierte natürliche Bodenmaterial ist Holz. Hierbei wird gerne das als elegant geltende Parkett gewählt. Man sollte allerdings auf die Inhaltsstoffe von Versiegelungen, Imprägnierungen und Parkettklebern achten. In der Kategorie Umweltfreundlichkeit kann nicht eindeutig bestimmt werden, ob die Imprägnierung oder die Versiegelung besser ist: je nach Produkt ist Imprägnierung oder Versiegelung nachhaltiger.

    Schlafzimmer mit Holzboden, großen Fenstern und einem Spiegel an der Wand
    Gemütlich, natürlich und einfach schön: Parkettboden

    Zum Rohstoff an sich: Naturliebhaber sollten unbedingt auf die Verwendung von Holz aus nicht nachhaltiger Forstwirtschaft verzichten und auf Zertifizierungen der Waldgebiete und Produktion, wie zum Beispiel das weltweit anerkannte FSC-Zertifikat, achten.

    Nicht ganz nebensächlich: Optik und Preis. Bei Parkett sind unterschiedliche Farben, Maserungen, Formate und Verlegeformen erhältlich. Im Bereich der Holzoptik ist es also vielfältig. Das Budget sollte man hier auch anheben, da nachhaltige Produkte in der Regel teurer sind als andere.

    Besonders natürlich und rustikal wirken gebürstete Holzoberflächen, sie haben eine grobe Oberfläche und wirken dadurch wie direkt aus der Natur entnommen.

    Fazit: Natürliche Bodenbeläge sind nicht nur ästhetisch, sondern auch nachhaltig und gesund!

    [Fotos v.o.n.u. : stonenaturelle, ,,Finding Endor’’ von Jason Jenkins unter CC-Lizenz, ,,Alberi Imbottigliati‘‘ von ggianni3  unter CC-Lizenz, stonenaturelle]

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