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    Wie finde ich die passende Fliesenfuge?

    Warum dieser Beitrag zu Fliesenfugen?

    Was viele nicht wissen: Auch Fliesenfugen gelten als Gestaltungselement. Die Auswahl der Fugenbreite und der Fugenfarbe ist wichtig, denn mit Ihrer Hilfe kann die Raumwirkung gezielt beeinflusst werden! Doch welche Fuge sollte man wann und für welche Fliese verwenden? Darauf gehen wir im Folgenden ein.

    Schmale Fliesenfugen sind im Trend

    Wie man in Architekturzeitschriften oder Interieur Blogs erkennen kann, geht der Trend zu Fliesen in Großformaten, welche mit kleinstmöglichen Fliesenfugen verlegt werden sollen. Diese Kombination sorgt für eine ruhige und weite Erscheinung und lässt den Raum edel wirken. Doch nicht immer kann mit schmalen Fugen verlegt werden. Eine Voraussetzung hierfür sind kalibrierte Fliesen oder Fliesen mit einer hohen Maßhaltigkeit (DIN EN 12057). Toll eignen sich hierzu unsere Travertinfliesen Medium Line, Natura und Classic Light. Aber auch mit den fein gespaltenen Schieferfliesen Mustang und Grey Slate lassen sich relativ schmale Fugen gestalten. Natursteinfliesen und –platten eignen sich zudem hervorragend für eine fugenlose Verlegung (Außenbereich) oder Verlegung mit minimalen Fugen (Innenbereich). Diese werden nämlich im Werk auf das gewünschte Format zugeschnitten und nicht wie keramische Fliesen gebrannt. Durch den Vorgang im Brennofen, kann es nämlich zu Unterschieden in den Abmessungen kommen.

    Feinsteinzeug lässt sich sogar (fast) fugenlos verlegen. Das liegt daran, dass bei diesem Material die Maßtoleranz teilweise nur bei 0,1 mm liegt. Um fugenlos verlegen zu können, ohne dass es später einmal zu Problemen kommt, ist es wichtig, dass die Fläche keinen großen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Verleger, ob Ihr fugenloses Bauvorhaben für Ihre Anforderungen geeignet ist. Einige Fachhändler und Verleger raten in bestimmten Fällen von einer fugenlosen Verlegung im Innenbereich ab.

    Flur mit Natursteinwand, Sideboard aus Holz und beiger Travertinfliese Medium Line als Bodenbelag
    Schmale Fugen im Grundton der Fliese (Medium Line) lassen den Raum weitläufig und ruhig erscheinen.

    Breite Fliesenfugen sind lebendig

    Falls ein rustikaler und ländlicher Eindruck geschaffen werden soll, z. B. durch den Römischen Verband, sollten die Fliesenfugen ruhig etwas breiter sein. Durch die breiteren Fugen lockert sich das Erscheinungsbild etwas auf und der Boden wirkt lebendig. Gerade bei Natursteinfliesen mit getrommelter Oberflächenbearbeitung harmoniert eine breitere Fliesenfuge besser. Zudem können Fliesen mit Maßtoleranzen gar nicht mit engen Fugen verlegt werden, denn der Verleger benötigt hier die breitere Fuge, um diese Ungleichheiten wieder auszugleichen.

    Die Farbe macht’s !

    Ebenso wichtig wie die Fugenbreite ist auch die Fugenfarbe! In der Regel gilt: Alles ist erlaubt, was einem gefällt. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass je nach Fugenfarbe eine andere Wirkung erzielt werden kann.

    Bei großformatigen Fliesen bieten sich schmale Fliesenfugen, die die gleiche Farbe wie der Grundton der Fliese haben, an. Durch die einheitliche Farbe weitet sich der Raum optisch und sprüht eine ruhige Atmosphäre aus.

    Wer es lebendiger mag, kann das Fugengitter mit einer Fuge in einer Kontrastfarbe betonen. Das hebt die Fliesen an sich hervor. Mittlerweile sind sogar Fliesenfugen mit Glitteranteilen erhältlich. Ihrer Vorstellungskraft sind also keine Grenzen gesetzt. Sie sollten allerdings bedenken, dass man einen Boden meist für mehrere Jahre verlegt und Sie sich daran satt sehen könnten.

    Modernes Bad mit dunklen Schieferfliesen als Bodenbelag und weißer Badewanne in der Ecke
    Ein Fugengitter in einer Kontrastfarbe lässt die Fliesen (Mustang) in den Vordergrund treten!

    Fuge ist nicht gleich Fuge

    Viele Kunden möchten Bodenbeläge mit kleinen oder gar keinen Fliesenfugen. Dabei übernehmen Fugen wichtige Aufgaben. Sie gleichen entstehende Spannungen, ob mechanische oder thermische, aus und verhindern so das Reißen der Fliesen. Die Verlegefugen dienen nicht nur zur Sicherheit von Struktur- und Ausdehnungsbewegungen, sondern sind auch aus ästhetischen Gründen wichtig, denn Sie geben den Fliesen eine Kontur. Achten Sie darauf, dass ausreichend Dehnungsfugen in großen Räumen verlegt sind. Diese fangen gezielt Ausdehnungen ab. In kleinen Räumen ist es auch ausreichend, einfach einen kleinen Abstand zwischen den Fliesen und der Wand zu lassen. So kann sich die Fliese je nach Bedarf ungestört ausdehnen. Der kleine Dehungsspalt kann mit einer Sockelleiste abgedeckt werden.

    Fazit: Zunächst sollten Sie klären, welche Raumwirkung Sie erzielen möchten. Modern und weitläufig oder doch lieber rustikal und verspielt? Möchten Sie Ihre Fliesen hervorheben oder lieber einen homogenen Boden? Wichtig ist außerdem, aus welchem Material Ihre Fliesen bestehen und wie ihre Oberflächenbearbeitung ist. Diese Kriterien sind ausschlaggebend dafür, welche Fugenbreite überhaupt möglich ist.

    Alle fachlichen Hinweise in diesem Artikel sind unverbindlich und ersetzen nicht die Kenntnisse eines fachlich geprüften Natursteinverlegers.

    Geschrieben von:

    Praxis-Ratgeber und Tipps zu Wohnstilen mit Steinböden - Das stonenaturelle-Redaktionsteam hat viele spannenden Themen zu Fliesen und Platten rechechiert und mit tollen Bildern und Videos aufbereitet.

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