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    Grauer Bodenbelag

    Sicherlich mehr als nur einheitsgrau

    Seit langem ist bei Bodenbelägen ein Trend zu verzeichnen: die Farbe Grau kehrt wieder zurück! Und das aus gutem Grund: Anthrazit wirkt weder aufdringlich noch unscheinbar, verleiht jeder Wohnung einen modernen Touch und lässt gleichzeitig viel Spielraum bei der Einrichtung. Im Folgenden stellen wir Ihnen deshalb 5 graue Bodenbeläge vor, die mehr als ,,mausgrau‘‘ darstellen.

    1) Betonoptik

    Beton- und Estrichböden wurden in der Vergangenheit nur für öffentliche Gebäude genutzt, da die Herstellung noch immer aufwendig ist und sich eine Bestellung erst ab einer gewissen Quadratmetermenge lohnt. Heute noch würde man den Bodenbelag eher in eine höhere Preiskategorie einordnen. Aufgrund ihres modernen Touch halten Beton-und Estrichböden jetzt Einzug in den privaten Bereich.

    Der trendige Bodenbelag in grauer Farbe verleiht Räumen optisch durch die Fugenlosigkeit eine Weite, die herkömmliche Fliesen nicht erzeugen können. Das ist vor allem in kleinen Räumen vorteilhaft. Der ,,Industriecharakter‘‘, den man Beton- oder Estrichböden zusagt, ist für viele ansprechend, da dieser sehr gut zu einer modernen Einrichtung passt. Besonders von Wohnungen mit Loft-Charakter ist der graue Bodenbelag bekannt. Der industrielle Touch kann gut mit hellen Elementen, zum Beispiel der Wandfarbe, aufgefrischt und freundlicher gemacht werden.

    Je nach gewünschter Optik, Größe des Raumes und baulichen Anforderungen empfiehlt sich Estrich oder Beton. Durch die Bearbeitung variiert die Optik des Bodens: Es sind beispielsweise Böden in sogenannter ,,Pfeffer-Salz-Optik‘‘, einem Terrazzo-Boden ähnelnd, erhältlich. Auch matt oder glänzend gibt es als Auswahlkriterium. Die Zusammensetzung entscheidet über Helligkeit des Bodens. Hier gilt zu beachten, dass je heller der Bodenbelag ist, desto leichter sind Kratzer sichtbar.

    Auch wenn Beton sicherlich als extrem robust gilt, muss beim Einbau einiges beachtet werden. Essentiell ist Erfahrung des Estrichlegers, da kleine Fehler große Folgen, zum Beispiel in Form von Rissen, haben können. Zudem muss die teilweise doch sehr lange Trocknungszeit unbedingt beachtet werden, um Fußspuren zu verhindern.

    Wohnzimmer auf Betonboden
    Die Betonoptik der Platten lässt den Raum besonders modern erscheinen.

    2) Laminat

    Laminat ist vor allem in Holzoptik und als günstige Alternative seines Originals bekannt. Da der Bodenbelag aus Kunststoff besteht und in Trägerschicht und Dekorschicht aufgeteilt ist, kann hier jedes beliebige Muster kreiert werden. Demnach sind natürlich auch graue Laminatvarianten erhältlich. Die Farbe wird gerne mit Holzoptik kombiniert, sodass die gemütliche, wärmende Atmosphäre von Holz beibehalten werden kann, das der graue Bodenbelag aber gleichzeitig besonders modern wirkt. Auch hierzu passt besonders gut eine helle und moderne Einrichtung, die aber auch mit bunten Akzenten auffallen darf.

    Spielend lässt sich so Laminat ebenfalls in Steinoptik herstellen, allerdings kann es bei der Haptik und vermutlich auch bei der Langlebigkeit nicht mit Naturstein mithalten. Der Bodenbelag überzeugt stattdessen meist mit seinem günstigen Preis. Aber auch hier sind je nach Preis unterschiedliche Paneelstärken und Abriebfestigkeit und damit qualitative Unterschiede auszumachen. Generell ist zu sagen, dass Macken und tiefere Kratzer nicht einfach abgeschliffen werden können, da unter der Dekorschicht schnell die Trägerschicht sichtbar wird. Dennoch können Löcher oder Kratzer mithilfe von Reparatursets, zum Beispiel aus dem Baumarkt, ausgebessert werden.

    3) Naturstein

    Quarzit, Granit, Schiefer und Co. bieten zahlreiche Varianten von grauen Farbtönen an: Es sind Fliesen in hellem oder dunklem anthrazit, mit ausgeprägten Sortierungen oder homogener Wirkung erhältlich. Naturstein eröffnet aber auch Steine mit Farbstichen oder sogar Farbmischungen.

    Besonders gefragt ist zurzeit Schiefer, dieser ist je nach Geschmack in hellerer oder dunklerer Ausführung erhältlich. Ein relativ heller, homogener Schiefer der im Sonnenlicht einen leichten jadegrünen Glanz ausstrahlt, ist der Grey Slate (auch als Jaddish bekannt). Er gibt den Räumen eine moderne, urbane Ausstrahlung, vor allem großformatig verlegt. Kleine Farbtupfer in Form von Dekoration sorgen für Lebendigkeit und Frische in den Räumen.

    Wer eine dunklere Ausführung bevorzugt, für den ist der Schiefer Mustang eine attraktive Wahl. Der Stein weist interessante Maserungen auf, die jede Platte zu einem Einzelstück machen. Dennoch wirkt er in seinem Gesamtbild sehr einheitlich und modern. Für diesen Stein sind Räume mit sehr viel natürlichem Lichteinfall und eine helle Einrichtung zu empfehlen, sodass die Räumlichkeit nicht düster, aber freundlich und klar, wirkt.

    Badezimmer mit Schiefer Grey Slate als Bodenbelag, Wandverkleidung und Badewannenverkleidung
    Durch lila Accessoires werden kleine Highlights geschaffen.

    Die Empfindlichkeit ist je nach Stein unterschiedlich stark ausgeprägt. Der graue Schiefer gilt als sehr robust. Zur Sicherheit kann eine Imprägnierung den Stein zusätzlich vor Flecken schützen.

    Bei jedem Bodenbelag wird die Empfindlichkeit jedoch auch durch die Helligkeit des Belags und die Ausprägungen der Muster entschieden. Als ,,Faustregel‘‘ gilt: Je heller der Bodenbelag, desto schneller ist Schmutz sichtbar. Genauso verhält es sich mit den Sortierungen: Je ausgeprägter und vielfältiger diese sind, desto besser ,,kaschieren‘‘ sie Schmutzpartikel.

    Wohzimmer mit schwarz-weißer Couch und Schieferfliese Mustang als Bodenbelag
    In heller Umgebung kommt der dunkle Mustang besonders zur Geltung.

    4) Feinsteinzeug

    Feinsteinzeug ist ein sehr beliebter Bodenbelag. Besonders wegen seiner optischen Vielfalt und Robustheit wird der Bodenbelag favorisiert.

    Durch die chemische Herstellung ist ähnlich wie bei Laminat jedes beliebige Dekor erstellbar. Je nach Geschmack kann dies eher natürlich oder auch völlig fantastisch ausfallen. Entsprechend dem Trend ist das Material in grau sehr gefragt, ob in sehr homogener Ausführung oder Natursteinimitation mit ausgeprägter Musterung. Auch matte und glänzende, genauso wie sehr dunkle und sehr helle Varianten sind verfügbar.

    Aufgrund seiner Stabilität kann das Material sehr großflächig und in großem Format verlegt werden, sodass ähnlich wie bei Beton oder Estrich eine ruhige Stimmung und weite Raumwirkung erzeugt wird.

    Feinsteinzeug ist oft der größte Konkurrent von Naturstein, gerade auch weil dieses das Naturmaterial sehr authentisch imitieren kann. Der Vergleich zwischen Feinstein und Naturstein zeigt aber, dass beide Materialien auf gleicher Ebene sind.

    Essgruppe auf grauem Bodenbelag
    Grauer Bodenbelag ist glänzend besonders elegant.

    5) Linoleum

    War Linoleum in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr in Vergessenheit geraten, erlebt es jetzt eine Renaissance. Der Bodenbelag besteht im Wesentlichen aus Leinöl, Kalkstein, Holz- oder Korkmehl, Jute und Harz und ist damit umweltfreundlich, was einer der Gründe für seine ,,Wiedergeburt‘‘ ist. Linoleum kann aber noch mehr: Gleichzeitig ist der Bodenbelag extrem elastisch und verleiht ein weiches und gelenkschonendes Laufgefühl. Während die Muster- und Farbwahl in den 1930er Jahren, eher begrenzt war, sind heute viele verschiedene Dekore erhältlich. Neben ausschließlich grauen Varianten sind auch Holz- und Steinimitate auf dem Markt verfügbar. 

    Durch die fugenlose Verlegung von Linoleum wird eine ähnliche Wirkung wie bei Beton- oder Estrichböden erzeugt. Dem Zimmer wird eine räumliche Weite verliehen, die besonders kleine Räume größer und harmonischer wirken lässt. Die Weite und das unifarbene Grau erzeugen den „industrial look“ und einen modernen Charme.

    Fazit: Grau ist nicht gleich grau. Grauer Bodenbelag ist durch viele Materialien realisierbar und bietet zahlreiche Variationsmöglichkeiten. Neben dem Material kann auch mit Helligkeit und Maserung gespielt werden. Ein moderner Wohnstil, der sich zu grau besonders empfiehlt, kann mit bunten Elementen aufgepeppt werden und Lebendigkeit in Ihr Zuhause bringen.

    [Fotos v.o.n.u. : stonenaturelle, byLorena : ,,Living1‘‘, CC, stonenaturelle, stonenaturelle, Rainer Sturm / PIXELIO]

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