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    Naturstein versiegeln

    Es gibt Einiges zu beachten

    Wenn der Natursteinboden im Eigenheim verlegt ist, sollten Sie sich noch die Zeit nehmen, über den Schutz der Fliesen bzw. Platten nachzudenken, bevor Sie die Atmosphäre von Naturstein genießen. Eine kleine Unachtsamkeit kann unschöne Flecken hinterlassen, die einen oft noch Jahre später ärgern. Durch die Versiegelung von Naturstein beispielsweise vermeiden Sie solche Unannehmlichkeiten!

    Naturstein: Versiegelung oder Imprägnierung?

    Zwei Maßnahmen zum Schutz des Natursteinbodens werden häufig miteinander verwechselt: Wenn Sie Naturstein versiegeln ist das etwas anderes, als wenn Sie ihn imprägnieren, auch wenn beide Behandlungen dazu dienen, die Sichtbarkeit von Flecken auf dem Naturstein zu vermindern. Bei der Imprägnierung wird durch das Mittel keine Schicht gebildet, es dringt in den Stein ein und reagiert dort im Kapillarsystem. Die Dampffusionsfähigkeit bleibt somit erhalten; Flüssigkeit kann in den Stein eindringen und auch wieder austreten. Wenn Sie den Naturstein versiegeln, bildet sich auf dem Boden eine glänzende oder matte Schicht, die die Atmungsfähigkeit des Steins vermindert. Flüssige Substanzen können dann weder in den Stein eindringen, noch austreten.

    Granitplatte Padang Dunkel Teichumrandung
    Je nach Einsatzbereich ist der Naturstein harten Bedingungen ausgesetzt.

    Naturstein versiegeln hat auch Nachteile

    Natürlich ist es vorteilhaft, wenn Flüssigkeiten erst gar nicht in den Stein eindringen können. Die Fleckenbildung wird dadurch stark vermindert, was vor allem bei Rotwein, Öl und Kaffee einigen Ärger erspart.  Allerdings gibt es einige Einschränkungen zu beachten, wenn Sie Naturstein versiegeln. Die Farbe Ihres Bodens kann durch die Versiegelung sehr viel intensiver wirken, so als sei der Boden nass oder feucht. Außerdem erhöhen Sie die Rutschgefahr. Wenn Sie Naturstein versiegeln, der einer speziellen rutschhemmenden Behandlung unterzogen wurde, kann dieser Effekt gegebenenfalls zunichte gemacht werden. Ein weiterer Nachteil ist im Vorteil der Wasserundurchlässigkeit mitinbegriffen: Befindet sich Feuchtigkeit im Naturstein, kann diese auch nicht austreten. Dadurch kann es vor allem im Außenbereich zu Frostschäden und Verfärbungen kommen, die Sie beim Naturstein mit einer Versiegelung ja eigentlich verhindern wollen.

    Zweig mit Sandsteinplatte Modak in Nahaufnahme
    Eine Versiegelung ist bei Natursteinen sinnvoll, die offenporig sind.

    Welchen Naturstein versiegeln?

    Woher weiß ich nun, bei welchem Naturstein eine Versiegelung sinnvoll ist? Prinzipiell ist diese Behandlungsmethode für offenporige Gesteine wie Granit oder Sandstein geeignet. Diese sind aufgrund ihrer Struktur besonders anfällig für Verschmutzungen und Mooswuchs. Da Wasser tief in den Naturstein eindringen kann, sind Frostschäden ein weiteres potenzielles Problem. Wenn Sie überprüfen möchten, ob Sie den Naturstein versiegeln sollten, geht das ganz einfach: Tränken Sie ein weißes Baumwolltuch mit Wasser und legen Sie es direkt auf den Stein. Nach zehn Minuten sehen Sie sich das Tuch genauer an: Sind im weißen Stoff Flecken zu erkennen, empfiehlt sich die Versiegelung des Natursteins. Vorsicht: Wenn Sie einen Naturstein versiegeln, der diese Behandlung nicht nötig hat, können Sie unter Umständen das Aussehen der Oberfläche negativ beeinträchtigen. Fragen Sie im Zweifel lieber einen Fachmann!

    Einen Tipp zum Schluss: Beachten Sie bei der Versiegelung Ihres Natursteins stets die Angaben des Herstellers. Grundsätzlich gilt: Der Naturstein muss absolut sauber und trocken sein, damit weder Schmutz noch Feuchtigkeit im Material eingeschlossen werden. Wir wünschen gutes Gelingen!

    Alle fachlichen Hinweise in diesem Artikel sind unverbindlich und ersetzen nicht die Kenntnisse eines fachlich geprüften Natursteinverlegers.

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