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    Oberflächenbearbeitung bei Naturstein: Grob

    Grob macht rau

    Das Aussehen eines Natursteins hängt nicht einzig und allein von der Farbe, den Maserungen und der steineigenen Struktur ab. Durch unterschiedliche Arten der Oberflächenbearbeitung lassen sich unterschiedlichste optische wie haptische Effekte erzielen. Zu den sogenannten groben Bearbeitungsmethoden zählen mehr als 15 Arten, den Naturstein zu bearbeiten. Wir haben die vier gängigsten herausgesucht und stellen sie Ihnen in diesen Artikel vor.

    Naturstein geflammt

    Wird ein Naturstein geflammt (oder auch beflammt), raut sich seine Oberfläche auf. Hierfür wird sie mit einem Acetylen-Sauerstoff-Brenner bearbeitet. Beim Beflammen dehnen sich die Mineralien im Naturstein aus und die Oberfläche platzt auf. Beinahe alle Hartgesteine (dazu zählen Granit, Quarzit und Gneis) können geflammt werden, allerdings verfärben sich gelbe Granitsorten rot, da beim Beflammen das gelbe Mineral Limonit in rotes Hämatit umgewandelt wird. Auch bei den Weichgesteinen kann es Sorten geben, die sich für diese Oberflächenbearbeitung eignen, wie z.B. Sandsteine mit hohem Quarzanteil. Der Vorteil von geflammtem Naturstein ist die rutschhemmende Wirkung, die durch den Vorgang erzielt wird, allerdings ist die raue Oberfläche auch schwieriger zu reinigen, weshalb sie meistens im Außenbereich zum Einsatz kommt.

    Kalksteinplatte Ocean Blue geflammt
    Dieser Kalkstein wurde geflammt

    Naturstein sandgestrahlt

    Auch beim Sandstrahlen wird die Oberfläche des Natursteins aufgeraut. Ein Kompressor erzeugt einen starken Luftstrom, der das sogenannte Schleifmittel aufnimmt und mit hoher Geschwindigkeit auf den Naturstein leitet. Als Schleifmittel kam früher Quarzsand zum Einsatz, allerdings ist das Einatmen dieses Feinstaubs gesundheitsgefährdend, weshalb in den meisten Ländern quarzfreie Materialien wie Korund benutzt werden. Naturstein kann mit unterschiedlichem Druck und variierender Körnung sandgestrahlt werden, sodass das Ergebnis der Oberflächenbearbeitung von rau bis fein (aber immer matt!) ausfallen kann. Auch hier gilt: raue Oberflächen sind schwieriger zu reinigen als feine!

    Travertinplatte Medium Select mit Blumenbeet im Hintergrund
    Travertin Medium SELECT wird getrommelt, was ihm einen antiken Touch verleiht

    Naturstein gestockt

    Gestockter Naturstein ist ebenfalls rau. Bei dieser Art der Oberflächenbearbeitung wird mit einem Stockhammer gearbeitet. Das auch Kronenhammer genannte Werkzeug weist pyramidenförmige Zähne wie ein Fleischklopfer auf. Die Größe der Zähne entscheidet über die Rauigkeit, wobei zwischen fünf Abstufungen von grob gestockt bis feinstgestockt unterschieden wird. Hartgesteine sind am besten für diese Bearbeitungsmethode geeignet, jedoch können auch weichere Natursteine wie Marmor oder Sandstein gestockt werden. Nach dem Vorgang ist der Naturstein rutschsicher, sodass er sich auch für Nassbereiche eignet.

    Naturstein getrommelt

    Kennen Sie Antikmarmor? Dieser Naturstein wurde getrommelt; die Oberflächenbearbeitung verleiht dem Stein eine antik-römische Ausstrahlung, weshalb man im Handel auch auf „antikisierte“ Exemplare trifft. Bei der Bearbeitung werden die betreffenden Natursteine zusammen mit Kieselsteinen (manchmal auch Quarzsand und Wasser) in eine Trommel gegeben, die zum Rotieren gebracht wird. Durch das Aneinanderschlagen platzen die Ecken und Kanten ab und werden runder. Ein getrommelter Naturstein wirkt deshalb sehr warm und rustikal, glatte Kanten und Oberflächen findet man nach der Bearbeitung nicht mehr vor. Zusätzlich ist der Effekt dieser Methode auch die Rutschsicherheit des Natursteins.

    Ob sandgestrahlt, geflammt, gestockt oder getrommelt: Der Naturstein wird bei all diesen Arten der Oberflächenbearbeitung rauer. Vielleicht sind Sie ja ein Fan von feinen Oberflächen? Welche Methode Ihnen am besten gefällt, entscheiden Sie selbst!

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