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    Marmor schleifen

    Werten Sie Ihren Marmorboden auf!

    Begibt man sich auf die Suche nach dem Ursprung des Wortes „Marmor“, so findet man dessen Wurzeln im Altgriechischen, wo es so viel bedeutete wie „schimmern“ oder „glänzen“. In der Tat begeistert Käufer des schönen Natursteins vor allem der edle Glanz, wie z.B. bei weißem Marmor. Doch dieser ist leider nicht für die Ewigkeit: mit der Zeit nutzt sich Marmor ab, denn er ist ein sehr empfindlicher Stein.

    Wann sollte man Marmor schleifen?

    Da Marmor relativ weich ist (Granit z.B. ist fast doppelt so hart), entstehen schnell Kratzer und andere Beschädigungen. Außerdem bilden sich sogenannte Laufstraßen, das sind sichtbare Spuren auf bestimmten Wegen, die oft begangen werden. Mit der Zeit wird der Naturstein einfach matt und nutzt sich ab. Hinzu kommt erschwerend, dass Marmor ein offenporiger Naturstein ist, in den Schmutz tief einzieht. Da hilft auch die beste Marmorpflege oder selbst eine Reinigung nichts mehr. Unansehnlichen Marmorboden muss man allerdings nicht hinnehmen: Zur Wiederaufbereitung kann man den Marmor schleifen. Dieser Service wird von einigen Fachleuten in Sachen Steinveredelung angeboten, kann aber auch vom Heimwerker erledigt werden. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen!

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    Verblasst der verführerische Glanz, kann man Marmor schleifen.

    Marmor schleifen: zwei Methoden

    Marmor wird meistens mit Tellerschleifmaschinen bearbeitet, bei denen Schleifscheiben aus Diamant zum Einsatz kommen. Man unterscheidet zwei Varianten beim Schleifen von Marmor: Nass- und Trockenschleifen. Erstere bietet einige Vorteile: Beim Trockenschleifen müssen aufgrund der Wärmeentwicklung häufig Pausen eingelegt werden, außerdem entsteht sehr viel Staub, der im Haus herumwirbelt und während des Vorgangs permanent abgesaugt werden sollte. Wenn Sie dieses Verfahren anwenden, setzen Sie also am besten einen Mundschutz auf, um Ihre Atemwege zu schützen. Alternativ können Sie Marmor schleifen und dabei zu einer Nassschleifmaschine greifen. Hier wird ständig Wasser zugeführt, das den Marmorboden kühlt und gleichzeitig den anfallenden Staub bindet. So muss im Anschluss nur noch der Steinstaubschlamm entfernt werden.

    Vorgehensweise

    Wenn Sie selbst den Marmor schleifen, müssen Sie zunächst die geeignete Körnung der Schleifscheibe bestimmen. Diese richtet sich nach dem Verschmutzungsgrad des Bodens, jedoch wird für den Anfang meistens eine 400er-Körnung empfohlen. Schleifen Sie den Marmor an einer unauffälligen Stelle probeweise an und überprüfen Sie, ob die Körnung für Ihre Ziele geeignet ist. Wichtig: Setzen Sie die Schleifmaschine nur auf den Boden auf, wenn die Scheibe in voller Geschwindigkeit rotiert, andernfalls könnten Sie den kostbaren Marmor beschädigen! Dies gilt übrigens auch für das Abheben der Scheibe vom Boden. Entfernen Sie den anfallenden Staub bzw. Schlamm regelmäßig, um Ihre Arbeit überprüfen zu können. Leuchten Sie mit einer Taschenlampe über den Boden, so können Sie Unebenheiten und Riefen lokalisieren. Marmor schleifen erfordert Zeit und Geduld! Lassen Sie die Körnung der Schleifscheiben immer feiner werden, um die Oberfläche des Marmors mit jedem Schleifvorgang nach und nach zu glätten.

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    Nach dem Schleifen sieht der Marmor aus wie neu.

    Erst Marmor schleifen, dann Glanz verleihen

    Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden, folgt der letzte Schritt: Nachdem der Marmor gründlich mit klarem Wasser gereinigt wurde, muss er vollständig durchtrocknen. Dieser Vorgang kann bei dem offenporigen Naturstein einige Tage dauern! Erst dann können Sie dem Marmor den „letzten Schliff“ verleihen: Zunächst wird der Naturstein imprägniert, um ihn vor zukünftigen Beschädigungen zu schützen. Anschließend kann der Marmor poliert werden, um den tollen Glanz besser zur Geltung zu bringen.

    Einen Hinweis noch zum Schluss: Verwechseln Sie nicht Marmor mit Antikmarmor, der zu den Travertinen gehört! Jeder Naturstein bedarf einer anderen Behandlung, informieren Sie sich also, um Enttäuschungen zu vermeiden. Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit Ihrem neuwertig glänzenden Marmorboden!

    Alle fachlichen Hinweise in diesem Artikel sind unverbindlich und ersetzen nicht die Kenntnisse eines fachlich geprüften Natursteinverlegers.

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