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    Weißer Marmor: Weißes Gold?

    Weißer Marmor steht hoch im Kurs

    Ist von der Gestaltung mit Marmor die Rede, hat man Bilder von prunkvollen Palästen und luxuriösen Anwesen im Kopf, deren Wände und Decken mit dem edlen Naturstein ausgekleidet sind. Besonders weißer Marmor ist ein Zeichen von Wohlstand.

    Marmor, ein metamorphes Gestein

    Marmor ist ein Carbonatgestein; er besteht aus Calcit, Dolomit oder Aragonit. Außerdem ist er metamorph. Das bedeutet, dass der Naturstein durch die Umwandlung von Kalkstein und anderen karbonatreichen Gesteinen entsteht. Dies geschieht unter viel Druck und bei hoher Temperatur. Besonders beliebt ist weißer Marmor. Im Gegensatz zum indischen Marmor, an dem die Farbenpracht geschätzt wird, soll dieser Naturstein möglichst einfarbig sein. Weißer Marmor entsteht, wenn Druck und Temperatur besonders hoch sind. Er stellt die kristalline Reinform von Marmor dar und ist besonders hart. Außerdem zeichnet er sich durch seine Lichtdurchlässigkeit aus: Je dichter die Kristallstruktur, desto mehr Licht kann durch den Stein dringen.

    Marmorfliese Calacatta mit hellem Fugenmaterial, Nahaufnahme
    Die Marmorfliese Calacatta ähnelt dem schönen weißen Marmor aus Carrara.

    Weißer Marmor aus Carrara: Michelangelo machte ihn berühmt

    Die wohl bekannteste weiße Marmorsorte ist der Marmor aus Carrara, einer Stadt in der italienischen Toskana. Dort, in den apuanischen Bergtälern, wird der reinweiße Naturstein seit dem Ende der Römischen Republik abgebaut. Entstanden ist er vor 30 Millionen Jahren durch das Aufeinandertreffen der afrikanischen und der europäischen Kontinentalplatte, die sich zu den Alpen auftürmten. Erst durch Michelangelo wurde weißer Marmor der Sorte „Statuario“ (Michelangelo war Bildhauer) in der Renaissance berühmt. Seit diesen Tagen ist der edle Naturstein für den gehobenen Innenausbau heiß begehrt.

    Weißer Marmor aus aller Welt

    Nicht nur in Italien findet man den besonderen Naturstein: Auch in Griechenland und Österreich wird weißer Marmor gewonnen. Auf der griechischen Insel Thassos findet man Thassos Marmor, der heute zu den Dolomit-Marmoren zählt. Diese Untergruppe zeichnet sich durch eine bessere Säurebeständigkeit aus, zudem ist sie härter als herkömmlicher Marmor. Weißer Marmor aus Österreich ist sogar weltberühmt: Der Naturstein aus Laas im Vinschgau, einem Dorf mit gerade einmal 2000 Einwohnern, findet Verwendung an einem der bekanntesten Plätze der Welt: Ground Zero. Im Gegensatz zum Marmor aus Carrara ist er außerdem frostbeständig, was ihn überhaupt erst für den Außenbau qualifiziert.

    Detailaufnahme polierte Marmorfliese Silver Shadow
    Aufregend und elegant zugleich: Der Silver Shadow.

    Raffinesse in höchster Form

    Marmor kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „schimmern“ oder „glänzen“. Tatsächlich schimmert der Naturstein mit aller Kraft und Schönheit. Weißer Marmor toppt das aber noch: Er lässt sich besonders gut polieren, wodurch seine Oberfläche einen noch verführerischeren Glanz ausstrahlt und Innenräumen exklusive Akzente verleiht. Der besonders edle Naturstein ist zudem sehr selten, was seine Begehrlichkeit weiter steigert. Innenausbauten mit weißem Marmor wirken unglaublich beeindruckend und sind auch für Hausstauballergiker geeignet: Da die Oberfläche so glatt ist, kann sich Staub erst gar nicht festsetzen. Ist die Pflege oder Reinigung von Marmor  doch einmal nötig, beachten Sie unsere Tipps, damit die wundervolle Atmosphäre des Natursteins nicht zerstört wird, denn: weißer Marmor ist ein echter Star unter den Natursteinen, der die Bezeichnung „weißes Gold“ absolut verdient hat!

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