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    Ratgeber zum Plättli kaufen

    10 Punkte Checkliste – Damit Sie alles richtig machen!

    Das Plättli-Kaufen, will gut vorbereitet sein: Es gibt Chancen sowie Risiken. Eine bedeutsame Chance ist beispielsweise der günstige Kauf von Plättli im Ausland. Gehen Sie nicht das Risiko von Frostschäden oder Rissen im Plattenbelag aufgrund falscher Verlegung ein, lassen Sie sich beim Kauf gleich zur richtigen Verlegung beraten.

    Als Handelsunternehmen kennen wir, stonenaturelle, die vielen Stellschrauben, die ein Kunde im Auge behalten muss, um am Ende glücklich mit seinen Plättli zu sein. Deshalb haben wir eine Checkliste mit den 10 wichtigsten Planungspunkten für jede Art von Plättli erstellt:

    1. Plättli in Deutschland kaufen und so richtig sparen?

    Der starke Schweizer Franken provoziert den Kauf in Deutschland. Wer alles richtig macht, kann unter Umständen viel sparen. Jedoch sollte bedacht werden, dass auch die Schweizer Händler mitunter sehr preiswert sein können und vor allem große Preisunterschiede haben können. Bei der Recherche der Plättli sollte für den fairen Vergleich besonders berücksichtigt werden, dass die Plättli schwer sind und Transporte aus Deutschland können bis zu 40% Zusatzkosten auf die Materialkosten ausmachen. Ferner sind die Verzollungsgebühren bei der Einfuhr über die Grenze zu beachten. Ein Zollübergang kostet schnell um die CHF 100, um Abwicklungskosten und Auslageprovisionen für Zoll und MwSt der  Zollspedition zu decken. Es sollte also vorab geprüft werden, ob der deutsche Exporteur diese Gebühren tatsächlich trägt oder später an den Endkunden umwälzt.

    2. Besser im Fachhandel, Onlineshop oder Baumarkt kaufen?

    Der Hauptvorteil im Fachhandel? Die Beratung ist besser! Eine Verlegeberatung ist beispielsweise oft kostenlos enthalten und verlässlicher als die im Baumarkt. Außerdem sind Spezial- und Nischenprodukte beziehungsweise spannende Exoten am besten im Fachhandel zu finden.

    Der Vorteil des Baumarktes: Es geht richtig schnell bei Standardplättli. Das heisst handelsübliche Formate, Farben und Mengen können oft am gleichen Tag abgeholt werden.

    Vorteilhaft am Onlinehandel ist schließlich das besonders gemütliche Stöbern und Einkaufen. Außerdem: Den reinen Onlinehändler gibt es heute immer weniger. Auch die Onlinehändler rüsten nach und bieten ihren Kunden physische Stores. Ob die Beratung im Onlinehandel gut ist, ist häufig eine Frage der Spezialisierung. Vertrauen Sie auf Spezialisten und meiden Sie die Generalisten.

    3. Wie Plättli auswählen, die zu Ihrem Typ passen?

    Sind Sie der natürliche oder der pragmatisch-funktionale Typ? Welche Wohnstile sprechen Sie an? Eher skandinavisch oder provenzalisch angehauchtes Innendesign? Diese Fragen zu beantworten, hilft bei der Suche der richtigen Materialart und nach dem richtigen Handelskanal. Wer in sich den natürlichen Typ entdeckt, für den ist beispielsweise eine grenzenlose Materialvielfalt von Kork über Naturfaserteppich bis hin zum Naturstein oder Feinsteinzeug in Natursteinoptik erhältlich. Hier sind die Nischenspezialisten oft die besten Anbieter. Wer beispielsweise Kostenersparnis und Funktionalität in den Vordergrund stellt, wird möglicherweise bei den Markendiscountershops, wie Fliesen24, Fliesenrabatte oder Ähnliche fündig – diese überbieten sich im Unterbieten. Schön ist übrigens nicht immer teuer, wir haben uns in unserer Serie Boden für den Performer damit beschäftigt, wie man beide Ziele (preiswert und schön) vereinen kann.

    4. Jahrelang Freude haben – welche Materialien beinhalten Pflegeprobleme?

    Das Problem der Pflege und Oberflächenerhaltung bei den Plättli ist heute glücklicherweise zu 99% Teil der Vergangenheit. Trotzdem schadet es nicht, die sensiblen Materialien zu kennen. Naturmarmor ist unter Umständen in der Praxis eingeschränkt: Er reagiert empfindlich auf Säure (bspw. Fruchtsaft) und dagegen hilft nur eine Versiegelung. Echtholzparkett kann Kratzer erhalten, die so tief sind, dass sie nur durch eine Renovierung (abschleifen) wieder beseitigt werden können. Wenn das Parkett dick genug ist und der Renovierungsaufwand nicht gescheut wird, relativiert sich aber auch dieses Problem.

    5. Teilweise hohe Lieferzeiten beachten und rechtzeitig bestellen!

    Der Handel hat verstanden, dass der Endkunde eine lange Lieferzeit heute kaum noch akzeptiert. Trotzdem zeigt sich bei vielen Plättlihändlern die Überraschung oft zu spät und 10 Wochen oder mehr Lieferzeit werden aufgerufen. Hier lohnt sich frühzeitiges Nachfragen beim Händler sowie rechtzeitiges Bestellen.

    6. Transport richtig planen und viel Zeit sparen!

    Wer sich die Kisten oder Paletten mit den Plättli nach Hause liefern lässt, sollte sich folgender drei Hürden bewusst sein: Erstens tun sich erfahrungsgemäß viele Spediteure, die zur Lieferung beauftragt werden, mit zeitgerechter Avisierung von Zustellterminen schwer. Hier hilft in der Praxis meist die Vereinbarung eines Fixtermins (ggf. kleiner Zuschlag) mit den Lieferanten sehr gut. Zweitens braucht der Fahrer oft Hilfe beim Entladen der schweren Kisten, die mit über einer Tonne beladen sind. Organisieren Sie deshalb frühzeitig einen starken Helfer. Drittens ist zu bedenken, dass die Plättli am Zustelltag oft nicht auf dem Trottoir, sondern direkt im Garten landen sollen. Die Lieferung ist jedoch in aller Regel nur bis Bordsteinkante, d. h. Trottoir. Viele Lieferanten bieten aber für einen geringen Aufpreis einen Kranwagen an, der die Plättli in den Garten bringt. Diesen Aufschlag zu zahlen, kann sich für jeden sehr rentieren, der zusätzliche Arbeit und Zeit sparen möchte.

    7. Qualitätsnormen verstehen und Fertigungstoleranzen bedenken!

    Je geringer die Toleranz im Hinblick auf Dicke, Länge, Breite und Rechtwinkligkeit, desto schneller sind die Plättli verlegt. Wer es also eilig mit der Verlegung hat, sollte sich vorher informieren, welche Normen zur Masstoleranz eingehalten werden. Die Toleranz bestimmt darüber hinaus auch das Verlegeverfahren und bestimmt so auch die Haltbarkeit Ihres Bodenbelags (siehe Punkt 9 und 10).

    8. Lieferbedingungen, Zahlungsbedingungen und AGBs richtig prüfen

    Ist der Preis auch noch so attraktiv, so sind die Nebenbedingungen und möglichen Folgen zu beachten. Zwei interessante Punkte: Erstens, in der Schweiz ist beim Onlineshopping ein Widerrufsrecht nicht verpflichtend – aber dennoch bieten viele Händler dies als freiwilligen Service an und sichern den Käufer deutlich ab. Zweitens, ein sensibler Punkt sind auch die Zahlungskonditionen: Über die Wahl einer Vorkassenzahlung lassen sich bei vielen Händlern interessante Rabatte verhandeln. Die Zahlung über paypal oder vergleichbare Bezahldienste ist ebenfalls interessant, weil bei Ausbleiben der Lieferfähigkeit paypal die Zahlung vollständig zurückerstattet. Allerdings sind die Gebühren, die der Händler trägt, am Ende in der Kalkulation zu berücksichtigen.

    9. Wie Ärger bei der Plättliverlegung vermeiden?

    Die Verlegung ist das Risikothema schlechthin. Lassen Sie sich deshalb schon beim Kauf beraten. Für den Selbstverleger gibt es glücklicherweise die sehr empfehlenswerten do-it-yourself-Videos der Baumärkte. Wer hingegen einen Verleger sucht, sollte sich dringend dessen Expertise durch Referenzen belegen lassen. Je spezieller die Plättli, desto weniger selbstverständlich ist, dass ein Verleger ohne Spezialerfahrung sie verlegen kann. Als Herausforderungen gelten besonders: a) Plättli im Riesenformat, b) Plättli im römischen Verband verlegt, c) Natursteinplättli mit hohen Maßtoleranzen oder mit viel Farbspiel sowie d) Stelzlagerverlegungen im Außenbereich.

    10. Zum Schluss: Sicherstellen, dass die Plättli draußen lange halten, aber wie?

    Witterungsbedingt, wird der Bodenbelag draußen besonders beansprucht und seine Haltbarkeit auf die Probe gestellt. Beim Kauf der Terrassenplatten sollte deshalb die Frostsicherheit der Natursteine geklärt und vom Händler zugesichert werden. Ein oft unterschätzter Punkt in Sachen Haltbarkeit der Plättli im Außenbereich ist der Untergrund: Nur wenn Untergründe perfekt verdichtet sind oder sogar eine Verlegung im gebundenen Verfahren („betoniert“) gewählt wird, ist ausgeschlossen, dass der Untergrund noch arbeitet. Denn ein Untergrund, der sich noch setzt und verzieht, kann leicht zu Rissen im Bodenbelag führen.

    Wir wünschen viel Erfolg bei der Beschaffung Ihrer Plättli!

    Standard-Autor

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